Was sind Medizinische Qualitätsindikatoren (MQI)?
Seit 2019 sind alle stationären Langzeitpflegeeinrichtungen in der Schweiz gesetzlich verpflichtet, Medizinische Qualitätsindikatoren (MQI) zu erfassen und dem Bundesamt für Statistik zu melden. Die Indikatoren beinhalten folgende Themen: Mangelernährung, bewegungseinschränkende Massnahmen, Polymedikation und Schmerz.
Mangelernährung wahrnehmen, bevor man sie sieht

Der MQI Mangelernährung: Was er misst und warum er wichtig ist
Der MQI Mangelernährung ist ein statistischer Kennwert. Er zeigt, wie häufig bei Bewohnenden in einer Pflegeinstitution ein klinisch relevanter Gewichtsverlust auftritt. Damit liefert er Hinweise darauf, wie gut der Ernährungszustand über die Zeit erhalten werden kann.
Was misst der MQI Mangelernährung?
Der Indikator erfasst den prozentualen Anteil an Bewohnenden, die einen erheblichen Gewichtsverlust aufweisen:
- ≥ 5 % Gewichtsverlust innerhalb von 30 Tagen oder
- ≥ 10 % Gewichtsverlust innerhalb von 180 Tagen
Diese Schwellenwerte sind klinisch begründet. Sie markieren den Punkt, an dem Gewichtsverlust nicht mehr als normale Schwankung gilt, sondern als ernstzunehmende Mangelernährung mit messbaren gesundheitlichen Folgen. Erfasst wird nicht die Ursache des Gewichtsverlusts, sondern ausschliesslich das Auftreten dieser definierten Veränderungen.
Warum dieser Indikator so zentral ist?
Mangelernährung ist ein zentraler Faktor in der Pflege, weil sie viele Bereiche der Gesundheit und Versorgung beeinflusst. Ein signifikanter Gewichtsverlust:
- Beeinflusst praktisch alle anderen MQI-Bereiche
- Erhöht das Risiko für Dekubitus, Stürze und Infektionen
- Beeinträchtigt die Wirksamkeit von Medikamenten
- Reduziert Mobilität und funktionale Selbstständigkeit
Weil Mangelernährung so viele Bereiche berührt, wirkt sie wie ein zentraler Knotenpunkt im System der Qualitätsindikatoren. Massnahmen gegen Mangelernährung haben deshalb positive Effekte auf mehrere Qualitätsdimensionen zugleich.
Der MQI Mangelernährung dient als Frühwarnsystem. Er zeigt, wo Handlungsbedarf besteht, und unterstützt Einrichtungen dabei, gezielte Verbesserungen in der Pflege und Ernährung umzusetzen.
Was ist der MQI Mangelernährung nicht?
Der MQI Mangelernährung ist:
- keine abschliessende Bewertung der Pflegequalität
- keine Rangliste von Institutionen
- kein Nachweis für gute oder schlechte Pflege
- keine Aussage über einzelne Bewohnende
Er bildet nur einen Teil der Versorgungsrealität ab.
Wofür kann man ihn nicht verwenden?
Der MQI Mangelernährung eignet sich nicht:
- zur direkten Vergleichbarkeit von Institutionen ohne Kontext
- zur Beurteilung der Ursachen von Gewichtsverlust
- zur Bewertung einzelner Pflegepersonen oder Teams
- als alleinige Entscheidungsgrundlage für Qualitätsurteile
Für eine fundierte Einschätzung müssen immer weitere klinische, organisatorische und strukturelle Informationen berücksichtigt werden.
Wollen Sie wissen, wie es um die Heime in der Schweiz steht?
Wichtig: MQI sind Screening-Indikatoren zur Früherkennung, keine Rangliste, und immer im Kontext zu lesen.

Hinter jeder MQI-Zahl steht ein Mensch
Würden Sie die Veränderungen bemerken?
Eine kleine Entscheidung pro Woche. Keine ist offensichtlich falsch, und trotzdem entscheidet sich alles. Könnten Sie Frau Berger gut durch acht Wochen begleiten?
Frau Bergers Verfassung
Belastung des Teams
Im Vergleich zum letzten Durchgang
Niemand löst das allein
Im Praxisbeispiel haben Sie erlebt: Die Spirale entsteht nicht durch einen grossen Fehler, sondern durch viele kleine Momente quer durchs Haus. Genau deshalb ist Mangelernährung Teamsache. Jede Rolle nimmt etwas anderes wahr und hat eigene Handlungsmöglichkeiten. Entscheiden Sie sich jetzt für Ihre Rolle:
Das Praxisbeispiel ist der Funke.
Die Veränderung passiert im Team.
Die Veränderung passiert im Team.
Ein gutes MQI-Ergebnis entsteht im Zusammenspiel von Pflege, Küche, Hotellerie und Leitung. Genau da setzen wir an, mit Betriebsanalysen, Workshops und Vorträgen.
